Koitus

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Koitus-Definition

Der Koitus gehört zur schönsten Nebensache der Welt. Die Vereinigung von Mann und Frau, oder auch von geschlechtsgleichen Partnern, bringt nicht nur die Hormone in Fahrt. Ursprünglich war der Geschlechtsverkehr lediglich für die Fortpflanzung gedacht. Doch nun leben Menschen ihre Sexualität frei aus, und haben Spaß daran. Doch was steckt genau hinter dem Begriff Koitus? Welche Funktionen hat dieser? Gibt es Unterschiede zwischen Mann und Frau? Und was, wenn es mit dem Geschlechtsverkehr nicht so läuft, wie gewünscht? Diese und andere Fragen wird der nachfolgende Artikel in den Blick nehmen.

Biologische Funktion des Koitus

Sowohl beim Mann wie auch bei der Frau kann es beim Koitus zum Orgasmus kommen. Durch den vaginalen Geschlechtsverkehr wird die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung erhöht. Sobald eine männliche Samenzelle bzw. das Sperma auf eine weibliche Eizelle trifft, und diese befruchtet, folgt die Einnistung in die Gebärmutter. Aus der ursprünglichen Zygote formt sich ein Embryo. Die eigentliche Befruchtung findet erst einige Tage nach dem Geschlechtsverkehr statt. Geschlechtsverkehr, bei dem es im Anschluss an die Empfängnis gibt, führt zu einer Schwangerschaft. Durch die Fortpflanzung wird genetisches Material der beiden Eltern an das Kind weitergegeben.²

Koitus beim Mann

Der Mann führt beim Koitus den steifen Penis in die Vagina der Frau ein. Durch rhythmische Bewegungen steigert sich die Erregung, und es kommt zu einem Orgasmus, der beim Mann mit einem Samenerguss einhergeht. Mit dem Samenerguss gelangen Spermien in die Scheide der Frau. Diese wandern durch den Muttermund, die Gebärmutter und in den Eileiter. Findet sich hier eine befruchtungsfähige Eizelle, folgt die Befruchtung².

Koitus bei der Frau

Die Frau empfängt beim Koitus den steifen Penis des Mannes. Mit den rhythmischen Bewegungen kann sie ebenfalls zum Orgasmus gelangen. Die rhythmischen Bewegungen werden durch die Becken-, die Scheiden- und die Gebärmuttermuskulatur verstärkt. Gab es einen Eisprung, befindet sich eine befruchtungsfähige Eizelle auf dem Weg vom Eileiter in die Gebärmutter. Auf diesem Weg kann die Befruchtung durch eine Samenzelle erfolgen².

Durchschnittliche Häufigkeit von Koitus

Wissenschaftliche Forschungen zeigen, dass Menschen rund 1,5-mal pro Woche einen Koitus vollziehen. Der Geschlechtsverkehr wird zu jeder Tages- und Wochenzeit durchgeführt. Der Sexualtrieb von Menschen ist dauerhafter und flexibler als jener von Tieren. Durex hat hierzu eine breitangelegte Forschung betrieben und ist auf folgende Ergebnisse gekommen:

  • Deutsche haben durchschnittlich 97-mal Sex pro Jahr
  • Amerikaner erleben den Koitus rund 127-mal pro Jahr und liegen somit an der Weltspitze

In Deutschland vereinigen sich Rheinland-Pfälzer am häufigsten. Die Sachsen bilden in Sachen Geschlechtsverkehr in Deutschland das Schlusslicht³.

Die Häufigkeit für Sex hängt allgemein auch von den Erwartungen ab. In einer Umfrage zeigte sich, dass es eine Vermischung zwischen Illusion und Realität gibt. Viele Befragte führten an, dass der Geschlechtsverkehr mehr als 2-mal pro Woche durchgeführt werden müsse, um ein normales Sexleben zu haben. 25 Prozent der Befragten gingen zudem davon aus, dass Nachbarn, Freunde und Arbeitskollegen weitaus mehr Sex hätten. Rund 30 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen hätten gerne mehr Sex. Die Häufigkeit für Sex hängt aber auch vom Sexualtrieb der Partner ab³.

Libido und Wohlbefinden beim Koitus

Studien belegen, dass Menschen, die regelmäßigen Koitus vollziehen, ein gesteigertes Wohlbefinden aufweisen. Auch die emotionale Erfüllung während des Geschlechtsverkehrs steigt an. Diese Ergebnisse resultieren vor allem aus dem Gefühl der partnerschaftlichen Verbundenheit und einer Gesamtzufriedenheit in der Beziehung. Forschungen zeigen, dass selbstbestimmter Sex zu folgenden Effekten führen kann:

  • Das psychologische Wohlbefinden steigt
  • Die sexuelle Motivation nimmt zu
  • Sexuelle Befriedigung ist gegeben.

Diese drei Faktoren korrelieren miteinander.

Zwischen Frauen und Männern lässt sich der Wunsch nach dem Koitus auch nach dem Alter erkennen. Männer haben im ersten Jahrzehnt nach der Pubertät ein gesteigertes sexuelles Interesse. Frauen hingegen haben einen gesteigerten Sexualtrieb im dritten und vierten Lebensjahrzehnt. Im Alter nimmt die Lust am Sex bei beiden Geschlechtern ab.

Durchschnittliche Dauer des Koitus

Sex ist von psychologischen und physischen Faktoren abhängig. Deswegen kann auch die Dauer und die Intensität variieren. Die Dauer ist grundsätzlich kein Kriterium dafür, ob der Koitus befriedigend ist. In einer Studie konnten folgende Ergebnisse ermittelt werden:

  • Der durchschnittliche Koitus dauert 5,4 Minuten an
  • Der kürzeste Akt dauerte 33 Sekunden
  • Der längste Akt dauerte 44 Minuten
  • 18- bis 30-jährige Männer halten beim Geschlechtsverkehr rund 6,5 Minuten durch
  • Männer über 50 vollziehen den sexuellen Akt nur noch 4,3 Minuten

Störung und Probleme beim Koitus

Der Koitus ist am schönsten, wenn er problemlos vollzogen werden kann. Es gibt aber sowohl bei Männern wie auch bei Frauen Störungen und Probleme, die sich negativ auf den Geschlechtsverkehr auswirken können.

Störungen beim Mann

Durch die sexuelle Funktionsstörung kann der Koitus nicht oder unbefriedigend vollzogen werden.

  • Der Verlust der Libido
  • Die Fähigkeit eine Erektion zu bekommen, geht verloren
  • Verlust der Fähigkeit zu ejakulieren
  • Es besteht eine Deformation des Gliedes, wodurch die Erektion beeinträchtigt ist
  • Die Orgasmusfähigkeit lässt nach
  • Frühzeitige Ejakulation
  • Es wird in die Harnblase ejakuliert

Störungen bei der Frau

Auch bei Frauen können sich sexuelle Funktionsstörungen zeigen:

  • Das Verlangen nach Sex nimmt ab
  • Störungen bei der sexuellen Erregung zeigen sich
  • Geschlechtsverkehr wird unangenehm und schmerzhaft empfunden
  • Viele Frauen erleben keinen Orgasmus

Ursachen für sexuelle Funktionsstörungen

Neben körperlichen Ursachen gibt es vor allem psychische zu nennen. Oftmals ergibts sich eine sexuelle Funktionsstörung aus beiden Faktoren. Stress, psychische Belastungen und Druck können sich negativ auf die Funktionsstörung bei Mann und Frau auswirken. Sex findet eben auch im Kopf statt.

Folgen sexueller Funktionsstörungen

Die Folgen einer sexuellen Funktionsstörung wiegen schwer. Frauen fühlen sich nicht mehr weiblich, ziehen sich immer mehr zurück. Aber auch bei Männern kann der Verlust der Libido oder der Verlust der sexuellen Funktionsfähigkeit negative Folgen mit sich bringen. Die Partnerschaft leidet, Männer fühlen sich nicht mehr männlich, Komplexe nehmen zu. Generell bringen sexuelle Funktionsstörungen eine breite Palette an Folgestörungen mit sich, die unbehandelt zu einem Teufelskreis werden können.

Soziokulturelle Faktoren von Koitus

In allen Gesellschaften und zu jeder Zeit wurde und wird der Koitus aufgrund der Fortpflanzung als normativer Akt zwischen Mann und Frau gesehen. In manchen Kulturkreisen wird der voreheliche Sex allerdings verpönt. Der Koitus mit Verwandten wird als inzestuöses Tabu gesehen. Die Vereinigung zwischen Mann und Frau wird in allen gesellschaftlichen Schichten und jeder Kultur als Teil eines umfassenden Sexlebens bezeichnet. Auch andere körperliche Zärtlichkeiten können damit einhergehen.

In den letzten Jahren fand ein liberaler Umgang mit Sexualität und allem, was damit einhergeht, statt. Über dieses Thema wird offen diskutiert. In vielen Ländern findet die Aufklärung bereits in der Grundschule statt. Der Geschlechtsverkehr wurde aufgrund der veränderten Moralvorstellung und der Empfängnisverhütung von der Fortpflanzungsidee entkoppelt.

Rechtliche Regulierung in Bezug auf Koitus

Es gibt im juristischen Bereich Regulierungen in Bezug auf den Koitus:
Beischlaf: Hiermit wird das Eindringen des Gliedes in das weibliche Geschlechtsorgan bezeichnet.
Dem vaginalen Beischlaf gleichzusetzen ist auch der orale oder anale Verkehr. Auch das Eindringen in die Geschlechtsorgane mit Fingern oder Gegenstände wird dem Beischlaf gleichgesetzt und vor dem Gesetz als sexuelle Handlung verortet.

Da der Anus kein Geschlechtsteil ist, wird das Eindringen mit Fingern oder Gegenständen in Deutschland nicht als beischlafähnliche Handlung gesehen. Sexuelle Handlungen umfassen auch Petting oder das Masturbieren, selbst wenn kein körperlicher Kontakt erfolgt.
Der Terminus Unzucht ist veraltet und umfasst alle sexuellen Handlungen außerhalb der Ehe. Vereinzelt lässt sich dieser noch in der deutschen Rechtsprechung finden.
Die sexuelle Nötigung oder die Vergewaltigung werden in Deutschland mit §177 umfasst.

Wird der Beischlaf gegen den Willen einer anderen Person durchgeführt (hierzu zählen auch sexuelle Handlungen) ist dieser zu bestrafen. Das Strafmaß hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.
Das Prostitutionsgesetz dient dem Schutz prostituierender Personen.

Koitus bei gleichgeschlechtlichen Partnern

Die Prozentsätze, die Aussagen über den Beischlaf mit gleichgeschlechtlichen Partnern aufzeigen, variieren nach Ländern. In Deutschland und anderen westlichen Ländern gibt es schon seit langem ein Bestreben, dass im Zuge der sexuellen Selbstbestimmung ein gleichberechtigter Status verliehen wird. Seit 2017 dürfen gleichgeschlechtliche Partner in Deutschland den Bund der Ehe schließen. Gleichgeschlechtlichen Beziehungen finden in der Gesellschaft bereits höhere Akzeptanz, auch wenn hier noch viel Luft nach oben ist.

Koitus bei gleichgeschlechtlichen Partnern

Der Terminus Koitus hat zahlreiche Synonyme:

  • Geschlechtsverkehr
  • Beischlaf
  • Geschlechtsakt
  • Kohabitation
  • Kopulation
  • Sex
  • Sexualakt
  • Fick
  • Coitus per Vaginam: Vaginalverkehr¹

Im juristischen Bereich gibt es ebenfalls Abgrenzungen:

  • Beischlaf: Das Eindringen des Gliedes in die Vagina der Frau
  • Sexuelle Handlungen sind dem Beischlaf gleichzusetzen
  • Ausnahme stellt das Penetrieren mit Fingern oder Gegenständen des Anus dar, da dieser in Deutschland nicht als Geschlechtsteil gesehen wird
  • Unzucht war der außerehelich verübte Sex

Umgangssprachliche Termini:

  • Miteinander verkehren
  • Ficken
  • Vögeln
  • Geschlechtlichen Verkehr haben
  • Poppen
  • Wetzen
  • Rammeln
  • Liebe machen¹

Quellennachweise

¹ Wiktionary.org: Koitus. Online verfügbar unter: https://de.wiktionary.org/wiki/Koitus, zuletzt geprüft am 10.05.2022.

² Spektrum.de: Geschlechtsverkehr. Online verfügbar unter: https://www.spektrum.de/lexikon/biologie-kompakt/geschlechtsverkehr/4787, zuletzt geprüft am 10.05.2022.

³ Focus.de: Wie viel Sex braucht der Mensch? Online verfügbar unter: https://www.focus.de/wissen/natur/wieviel-sex-braucht-der-mensch-sexforschung_id_1950665.html, zuletzt geprüft am 10.05.2022.

⁴ Br.de: Weibliche (Un-)Lust Online verfügbar unter: https://www.br.de/radio/bayern2/weibliche-un-lust-100.html, zuletzt geprüft am 10.05.2022

⁵ Ajoure-Men.de: Solange dauert Sex wirklich. Online verfügbar unter: https://www.ajoure-men.de/lifestyle/beziehung-erotik/so-lange-dauert-sex-wirklich/, zuletzt geprüft am 10.05.2022

⁶ Usz.ch: Sexuelle Funktionsstörungen der Frau. Online verfügbar unter: https://www.usz.ch/krankheit/sexuelle-funktionsstoerung-frau/#, zuletzt geprüft am 10.05.2022

⁷ Link.Springer.com: Über Liebe und Sexualität in der soziologischen Theorie. Online verfügbar unter: https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-663-08699-4_2?noAccess=true, zuletzt geprüft am 10.05.2022