Erotische Hypnose

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Erotische Hypnose ist ein Zustand, in dem bewusste kognitive Prozesse in den Hintergrund treten, um gezielt Einfluss auf das Unterbewusstsein zu nehmen. Diese Form der Hypnose hat zwei Hauptziele: das Eindringen und Beeinflussen des kognitiven Lustzentrums sowie das Erzeugen erotischer, luzider Träume. Beide Effekte können auch in Kombination auftreten, wodurch tiefere und intensivere Erlebnisse geschaffen werden können. Diese Technik ermöglicht es, die erotischen Fantasien und Empfindungen auf eine tiefere Ebene zu heben.

Definition: Erotische Hypnose

Erotische Hypnose ist der Zustand, in dem alle kognitiven Prozesse (bewusst) in den Hintergrund gefahren werden, um somit Einfluss auf das Unterbewusstsein nehmen zu können. Dabei hat erotische Hypnose zwei Hauptziele: Zum einen das Eindringen (und beeinflussen) in das kognitive Lustzentrum und zum anderen das Erzeugen erotischer, luzider Träume. Beides kann auch in Kombination erfolgen.

Ursprung des Begriffs

Die Erotische Hypnose ist eine Unterart der klassischen Hypnose. Wobei man diese wiederum mit einem Zustand der tiefen Entspannung und der Konzentration auf nur eine bestimmte Sache (z. B. die Stimme des Hypnotiseurs) gleichsetzen kann. Milton H. Erickson, im Grunde der Vater der modernen psychologischen Hypnose, hat auch den Begriff des Monoideismus, statt Hypnose vorgeschlagen. Also eben genau diese Konzentration auf einen Punkt oder einen Gedankenkomplex.

Jeder kennt diesen Zustand, sich in einer sehr spannenden Geschichte zu verlieren oder wenn eine Arbeit höchste Konzentration erfordert, sodass für einen Moment die Welt, um einen herum stillzustehen scheint. Diese Beispiele zeigen bereits Trancezustände, wie sie bei Hypnose induziert werden.
Durch diesen Zustand kann das eigene Unterbewusstsein angesprochen werden und dabei können Veränderungen vorgenommen werden. Jedoch nur, wenn der zu Hypnotisierende diese Veränderungen auch will. Bei erotischer Hypnose wird insbesondere auf die unterbewusste Sexualität eingegangen.

Die erotische Hypnose zielt dabei auf zwei Untergebiete ab:

1. Das Eindringen und Verändern des kognitiven Lustzentrums:
So, wie beim Zahnarzt durch Hypnose Schmerzen unterdrückt werden können, so kann mittels Hypnose auch „Lust“ induziert werden. Das kann so weit gehen, dass allein durch die Stimme des Hypnotiseurs oder der Hypnotiseurin ein Orgasmus ausgelöst wird. Auch können post hypnotische Trigger Anwendung finden, die den Hypnotisierten im Nachhinein stark erregen. So kann unter anderem der Anblick der eigenen, langjährigen Partnerin diesen Zustand starker Erregung hervorrufen.

Durch post hypnotische Suggestionen können im Unterbewusstsein also gewollte Trigger zurückbleiben oder Empfindungen neu verknüpft werden. So wie ein Zahnarzt beispielsweise Patienten unter Hypnose das Schmerzempfinden nehmen kann, so kann ein Erotik-Hypnotiseur dafür sorgen, dass ein Orgasmus intensiver oder weniger intensiv wahrgenommen wird.

Einige Beispiele für posthypnotische Trigger und Verhaltensänderungen:

  • Orgasmuskontrolle: Der Orgasmus ist nur noch möglich, wenn der Hypnotisierte die Erlaubnis dazu hat.
  • Unterdrücken des Orgasmus: Der Hypnotisierte kann zwar kommen, empfindet aber ohne Anweisung keinen „Höhepunkt“
  • Neutrale „Neuverlinkung“ von Fetischen: Bestimmte Dinge, auch Personen, die eigentlich keine sexuelle Reaktion auslösen würden, erregen den Hypnotisierten im Nachhinein

Generell gibt es hier unzählige Möglichkeiten Verhaltensmuster durch erotische Hypnose anzupassen. Jedoch muss immer bedacht werden, dass hierfür ein Konsens nötig ist. Gegen den eigenen Willen können solche Veränderungen kaum vorgenommen werden.

2. Das luzide Träumen:
Jeder kennt Träume, die am nächsten Morgen noch so präsent sind, dass sie sich anfühlen, als hätte man das Geträumte tatsächlich erlebt. Durch erotische Hypnose kann dieser Zustand ebenfalls herbeigeführt werden und der Hypnotisierte kann somit entsprechende erotische Fantasien ausleben, als wären sie real. Hier sind die Grenzen nur durch die eigene Vorstellungskraft des zu Hypnotisierenden gesetzt.

Beispiele für solche durch erotische Hypnose induzierte luzide Träume:

  • „Sex mit zwei Frauen erleben, als wäre es real“
  • „Als Mann Sex im Körper einer Frau erleben“
  • „Sex mit einer ganz bestimmten Frau erleben“

Was gilt es bei der Durchführung von erotischer Hypnose zu beachten:

Wie die klassische Hypnose, enthält auch die erotische Hypnose Gefahren, auf welche hingewiesen werden sollte. Generell gilt deshalb, sich nur von jemand in Hypnose versetzen zu lassen, dem man vertraut und der auch spezifisches Fachwissen hat. Würde man einem ehemaligen Raucher in einem luziden Traum suggerieren, dass der Rauch ins Gesicht geblasen bekommt, könnte dies zu einem Rückfall führen. Ebenfalls können auch Psychosen ausgelöst werden. Ein Beispiel: Jemand, der als Kind einmal fast ertrunken wäre, könnte eine Panik-Attacke bekommen, wenn ihm suggeriert wird, dass er unter Wasser ist. Umso wichtiger ist es immer vorab zu klären – gerade bei einem Hypnose-Hörbuch, welche Inhalte darin vorkommen.

Progressive Relation vs. Fraktionierung

Beide Techniken werden in der erotischen Hypnose genutzt, um einen Trancezustand zu induzieren. Bei der progressiven Relation handelt es sich um eine Entspannungsübung, bei welcher nacheinander einzelne Körperteile so tief entspannt werden, dass man sie einfach ignorieren kann und somit sich auf einen (geführten) Gedankenkomplex konzentrieren kann. (Monotheismus)

Bei der Fraktionierung wird der zu Hypnotisierende immer wieder aus der Hypnose geholt um dann, kurz darauf, wieder in Trance versetzt zu werden. Durch das ständige Ein- und Aussteigen sowie die Trance, fällt dies jedes Mal tiefer aus und eine hypnotische Trance kann somit schneller erreicht werden.

Ein neuer Trend ist die Kombination von Erotischer Hypnose und ASMR. Hierbei werden sowohl die Relation und/oder Fraktionierung in einem bestimmen Frequenzbereich „geflüstert“. Durch eine Phasendrehung der beiden geflüsterten Stereospuren (Binaurale Aufnahme) kann der Trancezustand sogar noch intensiviert werden und somit das Lustzentrum stärker erregt werden.
So kann ein Orgasmus unter Hypnose – selbst ohne Ejakulation stattfinden – und wird in der Regel vom Hörer sogar als intensiver empfunden als ein klassischer Orgasmus durch Penetration.