
Der Ausdruck „Bräutigamsschmerzen“ beschreibt ein Phänomen, das medizinisch als kongestive Epididymalgie bekannt ist. Im englischen Sprachraum wird es umgangssprachlich als „Blue Balls“ bezeichnet. Gemeint sind ziehende, drückende oder schmerzende Empfindungen im Hodenbereich, die vor allem nach längerer sexueller Erregung ohne anschließende Ejakulation auftreten können.
Definition: Bräutigamsschmerzen
Bräutigamsschmerzen, auch bekannt als „Kavalierschmerz“ sind ein umgangssprachlicher Begriff für ziehende oder drückende Schmerzen im Hodenbereich, die bei Männern nach längerer sexueller Erregung ohne anschließende Ejakulation auftreten können. Die Beschwerden entstehen durch eine vorübergehende Blutstauung in den Genitalien, insbesondere in den Hoden und Nebenhoden, aufgrund des erhöhten Blutflusses während der Erregungsphase. Medizinisch wird dieses Phänomen als kongestive Epididymalgie oder informell als „Blue Balls“ bezeichnet. Bräutigamsschmerzen sind nicht gefährlich, können aber als unangenehm empfunden werden und klingen meist von selbst oder nach einem Samenerguss ab.
Ursache
Wenn ein Mann sexuell erregt ist, fließt mehr Blut in den Penis und die Hoden. Die Schwellkörper im Penis füllen sich, und die Hoden werden etwas größer und empfindlicher. Kommt es dann nicht zur Ejakulation – zum Beispiel weil der Reiz aufhört oder man bewusst darauf verzichtet – kann sich das Blut stauen.
Das kann bei manchen Männern zu einem unangenehmen Druck oder leichten Schmerzen im Hodenbereich führen. Der Ausdruck „Bräutigamsschmerz“ wird oft scherzhaft benutzt und spielt auf die Situation an, wenn ein Bräutigam vor der Hochzeitsnacht erregt, aber noch enthaltsam ist.
Symptome und Verlauf
Typische Beschwerden bei Bräutigamsschmerzen sind ein ziehendes, dumpfes oder leicht krampfartiges Gefühl im Hodenbereich, teils begleitet von einem Spannungsgefühl im Unterbauch. Die Schmerzen sind unangenehm, aber nicht gefährlich. Sie verschwinden in der Regel von selbst, sobald der Erregungszustand nachlässt oder es zu einer Ejakulation kommt.
Bei anhaltenden Schmerzen, starker Empfindlichkeit oder zusätzlichen Symptomen wie Schwellungen, Rötung oder Fieber sollte jedoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da auch andere Ursachen wie Hodenentzündungen, Nebenhodenentzündung oder Hodentorsion in Frage kommen.
Was hilft gegen Bräutigamsschmerzen?
In den meisten Fällen sind Bräutigamsschmerzen harmlos und vorübergehend. Folgende Maßnahmen können Linderung bringen:
- Ejakulation, ob durch Masturbation oder späteren Geschlechtsverkehr, wirkt oft sofort entlastend.
- Körperliche Aktivität, etwa ein Spaziergang, kann den Blutstau lösen und den Erregungszustand abbauen.
- Ablenkung durch mentale oder körperliche Beschäftigung hilft, die sexuelle Spannung zu reduzieren.
- Kühle Umschläge auf den Hoden können ebenfalls das Spannungsgefühl lindern.
Fazit
Bräutigamsschmerzen sind harmlos und entstehen, wenn ein Mann sexuell erregt ist, aber nicht zum Samenerguss kommt. Die Beschwerden können unangenehm sein, sind aber meist nicht gefährlich. Wenn man sich unsicher ist oder ungewöhnliche Symptome auftreten, sollte man trotzdem einen Arzt fragen. Wichtig ist, offen über das Thema zu sprechen. Auch wenn der Begriff lustig klingt, kann das Gefühl für die betroffene Person echt und belastend sein.